Flamingos & mehr

Shownotes

In dieser Folge des SPICK-Wissens-Podcasts erfährst du, warum Flamingos erst durch ihr Futter rosa werden, wie Forschende mit moderner Technik wilde Tiere verfolgen und wie zwei Kinder ihren Alltag in einem Flüchtlingscamp im Tschad meistern. Drei spannende und bewegende Geschichten über Natur, Wissenschaft und Menschlichkeit.

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00:00:04: Hallo und willkommen beim Spickwissenspodcast für aufgeweckte Schülerinnen und Schüler.

00:00:10: Heute schauen wir uns ausgewähltes, aus der Spickausgabe fünfhundert sechs etwas genauer an.

00:00:16: Gemeinsam entdecken wir warum Flamingos erst mit der Zeit ihre rosa Farbe bekommen, erfahren wie Forschende wilde Tiere mit moderner Technik verfolgen und begleiten.

00:00:27: zwei Kinder die nach ihrer Flucht aus dem Sudan in einem Flüchtlingscamp im Schatt leben.

00:00:32: Drei Kapitel Drei bewegende Geschichten.

00:00:36: Und jede davon zeigt auf ihre ganz eigene Weise, wie faszinierend unsere Welt ist und warum Wissen mit Gefühl und Neugier so wichtig sind.

00:00:52: Stell dir einen Flamingo vor!

00:00:54: Lange Beine ein gebogener Hals und knallpinkes Gefieder.

00:00:59: Aber hast du dich schon einmal gefragt, warum Flamingos eigentlich rosa sind?

00:01:03: Die Antwort beginnt mit einem kleinen Küken.

00:01:06: Und das ist überhaupt nicht Rosa!

00:01:08: Im Naturschutzgebiet Riala Gartos, an der Küste Mexikus geht gerade die Sonne auf.

00:01:14: Tausende Flamingos brüten hier dicht nebeneinander.

00:01:18: Plötzlich knackt ein Ei Ein kleiner Schnabel bohrt sich durch die Schale und kurz darauf schlüpft ein flauschiges Küken.

00:01:27: Schnee weiß keine Spur von Rosa.

00:01:30: Das ist völlig normal.

00:01:32: Flamingos werden nämlich nicht rosa geboren.

00:01:35: Die Farbe kommt erst später, und zwar durch ihr Futter.

00:01:39: Doch zuerst muss das kleine Küken überhaupt groß werden.

00:01:43: Seine Eltern kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs.

00:01:47: Beide füttern ihn mit einer besonderen Flüssigkeit die sie selbst bilden.

00:01:51: Diese sogenannte Kopfmilch ist knallrot unglaublich nahhaft Und hilft dem Küken in den ersten Lebenswochen beim Wachsen.

00:01:59: Auch das Nest ist etwas Besonderes.

00:02:02: Flamingos bauen keine Nester aus Zweigen, stattdessen schaufen sie mit ihrem Schnabel, Schlamm, Sand und kleine Steine zu einem kleinen Hügel auf.

00:02:12: So liegt das Ei sicher über dem Wasser und wird bei einer Flut nicht einfach weggespühlt.

00:02:17: Trotzdem ist es Leben nicht ungefährlich – in den flachen Lagunen lauern Kokodile!

00:02:23: Doch Flamingo sind erstaunlich aufmerksam.

00:02:26: Sobald sie Gefahr bemerken, starten hunderte Tiere gleichzeitig und fliegen davon.

00:02:32: Soweit die Jungvögel größer werden, lernen Sie selbst nach Nahrung zu suchen.

00:02:36: Dafür tauchen Sie Ihren Schnabel kopfüber ins Wasser.

00:02:40: Mit Ihrer Zunge pressen Sie das Wasser durch feine Lamellen im Schnabel.

00:02:44: Zurück bleiben winzige Algen und kleine Salinenkrepse.

00:02:48: Genau diese enthalten sogenannte Karotinoide – natürliche Farbstoffe,

00:02:56: Erst wenn Flamingos lange genug davon gefressen haben, färbt sich ihr Gefieder langsam rosa.

00:03:02: Und das dauert!

00:03:03: Mindestens zwei Jahre vergehen bis aus dem weißen Küken ein leuchtend pinker Flamingo geworden ist.

00:03:10: Je kräftiger die Farbe, desto besser Denn bei der Partnersuche achten Flamingus genau darauf.

00:03:17: Ein besonders pinkes Gefieder zeigt dieses Tier ist gesund und findet genügend Nahrung.

00:03:23: Doch Farbe allein reicht nicht.

00:03:25: Flamingos müssen auch tanzen können!

00:03:28: Bei der Balz marschieren sie gemeinsam, strecken ihre langen Helse, schütteln den Kopf und breiten ihre Flügel aus.

00:03:35: Forschende haben herausgefunden, dass manche Flamingoarten bis zu einhundertdreißig verschiedene Tanzbewegungen beherrschen.

00:03:43: Junge Flamingos brauchen Jahre um all diese Schritte zu lernen.

00:03:47: Im Naturschutzgebiet Ria Lagartus wurden in einem einzigen Jahr fast Zweiundzwanzigtausend Flamingonester gezählt.

00:03:55: Ein echtes Rosa-Rekordjahr!

00:03:57: Hinter dem eleganten Aussehen der Flamingos steckt also viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht.

00:04:03: Teamarbeit – erstaunliche Tricks bei der Nahrungssuche und eine Farbe die sie sich Bissen für Bissen selbst verdienen.

00:04:13: Kapitel zwei Tieren auf der Spur.

00:04:17: So verfolgen Forschende wilde Tiere.

00:04:20: Stell dir vor, du bist ein Luchs und streifst nachts lautlos durch den Wald.

00:04:25: Niemand weiß wo du gerade bist!

00:04:27: Am nächsten Morgen bist du schon viele Kilometer weitergezogen.

00:04:31: Aber wo genau warst Du unterwegs?

00:04:33: Welche Wege nutzt Du?

00:04:35: Und wie weit wandest Du eigentlich?

00:04:38: Genau solche Fragen beschäftigen Forschende auf der ganzen Welt Denn wenn Sie wissen, wie Tiere leben und wandern, können sie sie auch besser schützen.

00:04:47: Zum Beispiel entscheiden sie so wo Schutzgebiete entstehen sollten oder wo besser keine Straßen- oder Windräder gebaut werden.

00:04:55: Um das herauszufinden nutzen Wissenschaftler heute erstaunlich clevere Technik.

00:05:00: Eine der ältesten Methoden nennt sich VHF Tracking.

00:05:04: Dabei bekommen Tiere wie Nashörner, Tiger oder sogar Kühe einen kleinen Sender um den Hals oder bei Nashörnern sogar im Horn.

00:05:14: Dieser funkt Radiosignale aus.

00:05:16: Ranger und Forschende können sie mit Antennenorten und so herausfinden, wo sich die Tiere gerade aufhalten.

00:05:23: Diese Technik gibt es schon seit über fünfzig Jahren.

00:05:26: Sie ist günstig Die Sender sind winzig Und ihre Batterien halten oft sehr lange.

00:05:32: Allerdings müssen Menschen die Signale selbst suchen Manchmal zu Fuß, manchmal aus Flugzeugen Oder sogar mit Drohnen.

00:05:40: Noch spannender wird es mit GPS.

00:05:43: Vielleicht kennst du das von deinem Smartphone?

00:05:45: Dort zeigt GPS deinen Standort auf einer Karte an!

00:05:49: Genau dieselbe Technik nutzen heute auch viele Forschende für Tiere.

00:05:54: Winzige GPS-Sender verraten regelmäßig den Aufenthaltsort eines Tieres.

00:05:59: So können Wissenschaftler am Computer genau verfolgen, wohin Wale durch die Weltmeere ziehen – welche Strecke Kraniche auf ihrem Zug zurücklegen oder wie weit ein Lux durch sein Revier wandert.

00:06:11: Manche Tiere legen dabei Tausende von Kilometern zurück, dank GPS entstehen richtige Landkarten ihrer Wanderungen – fast so als würden die Tiere selbst ihre Reiseroute aufzeichnen!

00:06:23: Doch nicht immer braucht es High-Tech.

00:06:25: schon seit über hundert Jahren nutzen Forschende die Beringung.

00:06:28: Dabei erhalten Vögel einen kleinen Ring mit einem einzigartigen Farb und Zahlencode.

00:06:33: am Bein.

00:06:34: Taucht der Vogel später irgendwo anders wieder auf, lässt sich nachvollziehen welchen Weg er genommen hat.

00:06:41: Auf ähnliche Weise bekommen manche Säugetiere kleine Ohrmarken.

00:06:45: Diese Methode liefert zwar weniger genaue Daten als GPS ist dafür aber einfach günstig und bewährt.

00:06:52: Die Technik wird sogar immer kleiner.

00:06:55: Forschende befestigen heute winzige Sender selbst an seltenen Käfern um ihr Verhalten besser zu verstehen Und das erste Tier, das per Satellit verfolgt wurde war ein Elch namens Monique.

00:07:07: Sein Sender wog damals unglaubliche zehn Kilogramm.

00:07:11: Heute sind moderne Sender oft nur noch wenige Gramm schwer.

00:07:15: All diese Informationen helfen dabei bedrohte Tierarten besser zu schützen.

00:07:20: Denn wer weiß wo Tiere leben fressen oder ihre Jungen aufziehen kann ihre Lebensräume gezielt erhalten.

00:07:27: Hinter jeder kleinen Markierung, jedem Sender und jeder Wanderkarte steckt deshalb ein großes Ziel.

00:07:34: Dafür zu sorgen dass wilde Tiere auch in Zukunft genügend Platz zum Leben haben.

00:07:48: Stell dir vor du bist dreizehn Jahre alt.

00:07:51: Du gehst zur Schule, triffst deine Freunde und spielst nachmittags Fußball Und dann verändert sich plötzlich alles.

00:07:59: Krieg bricht aus.

00:08:01: Du musst dein Zuhause verlassen und darfst nur die Kleidung mitnehmen, die du gerade

00:08:05: trägst.".

00:08:06: Genau das ist allnur passiert!

00:08:08: Allnur lebt im Sudan – doch als dort in den Jahren der Krieg begann, griffen bewachnete Kämpfer sein Dorf an.

00:08:16: Häuser wurden zerstört, Felder niedergebrannt und Menschen getötet.

00:08:20: Gemeinsam mit seiner Großmutter und seiner Tante versteckte er sich drei Tage lang.

00:08:26: Danach flohen sie ins Nachbarland Schatt.

00:08:28: Dort begann zwar die Flucht vor dem Krieg, aber noch lange kein einfaches Leben.

00:08:33: Im Grenzort Adréh entstand ein riesiges Flüchtlingslager.

00:08:38: Hunderttausende Menschen leben dort in einfachen Hütten aus Stroh und Ästen.

00:08:43: Es gibt weder fließendes Wasser noch Strom.

00:08:46: Die Toiletten sind einfache Löcher im Boden.

00:08:49: Jeden Tag stehen die Menschen stundenlang an um etwas Mais Öl oder Milchpulver zu erhalten.

00:08:55: Oft reicht das Essen trotzdem nicht aus.

00:08:58: Auch Einur hat häufig Hunger.

00:09:00: Meist gibt es nur Brot und Suppe.

00:09:02: Fleisch oder frisches Gemüse sind eine Seltenheit.

00:09:05: Trotzdem gibt es einen Moment am Tag, auf den er sich besonders freut Den Kinderhort.

00:09:11: Dort darf er mit anderen Kindern Fußball- oder Volliball spielen Malen und Lachen.

00:09:16: Für kurze Zeit kann er den Krieg vergessen.

00:09:19: Einur sagt selbst heute schlafe ich besser als bei meiner Ankunft Ab und zu mag ich sogar wieder lachen.

00:09:25: Im selben Land lebt auch die dreizehnjährige Firdus.

00:09:29: Auch sie musste mit ihrer Familie aus dem Sudan fliehen.

00:09:33: Heute lebt sie im Pflichtlingscamp Fahrtchanah, in dem mehr als fünfzigtausend Menschen untergebracht sind.

00:09:39: Viele wohnen noch immer in Zelten oder einfachen Strohhütten.

00:09:44: Der Alltag ist schwierig – Wasser ist knapp, Nahrung reicht oft nicht aus und nachts führt sich Firduß nicht immer sicher.

00:09:52: Früher musste sie außerhalb des Camps Feuerholz sammeln Und das konnte für Mädchen gefährlich werden.

00:09:58: Deshalb hat Unicef ein besonderes Programm gestartet.

00:10:02: Gemeinsam mit anderen Mädchen stellt für Dus sogenannte Briquettes her, dafür werden Karton-, Wasser-, Asche- und Sand gemischt.

00:10:11: Nach dem Trocknen können diese Briquets wie Kohle zum Kochen verwendet werden.

00:10:15: So müssen viele Mädchen das Camp nicht mehr verlassen um Feuerholz zu suchen.

00:10:20: Gleichzeitig kümmern sich Betreuerinnen wie Zara um die Kinder.

00:10:24: Sie spielen, singen, tanzen und malen mit ihnen.

00:10:28: Zara weiß genau wie sich die Kinder fühlen – denn auch sie musste selbst vor dem Krieg aus dem Sudan fliehen.

00:10:34: Insgesamt sind in den vergangenen zwei Jahren rund achthunderttausend Menschen aus dem Sudan in den Schatt geflüchtet.

00:10:41: Fast sechshundertausend von ihnen sind Kinder!

00:10:45: Viele haben schreckliches erlebt und hoffen einfach auf Frieden.

00:10:50: Ein Nur freut sich über jeden Tag, an dem er lernen und mit seinen Freunden spielen kann.

00:10:58: Und für Dus träumt davon später einmal Pilot hinzuwerden und frei durch den Himmel zu fliegen!

00:11:05: Beide wünschen sich aber vor allem eines – dass der Krieg endlich endet und sie eines Tages wieder sicher nach Hause zurückkehren können.

00:11:13: So das war's für heute.

00:11:15: drei Kapitel, drei ganz unterschiedliche Themen.

00:11:18: Und doch haben Sie etwas gemeinsam Sie zeigen, wie eng auf unserer Welt alles miteinander verbunden ist.

00:11:24: Vielleicht hast du beim höheren Jahr auch Lust bekommen dir das Spickheft fünfhundert sechs noch einmal etwas genauer anzuschauen?

00:11:31: Ob Flamingos die ihre rosa Farbe erst durch ihre Nahrung bekommen Forschende, die mit moderner Technik bedrohten Tieren auf die Spur kommen oder Kinder, die trotz Krieg und Flucht ihren Mut und ihre Träume nicht verlieren.

00:11:45: Überall gibt es Geschichten, die zum Staunen, Mitfühlen und Nachdenken anregen.

00:11:51: Danke, dass du dabei warst und vielleicht hörst du beim nächsten All wieder rein.

00:11:55: Beim Spick Wissens Podcast.

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