Eisbären & mehr

Shownotes

In dieser Folge des SPICK-Wissens-Podcasts folgen wir den Spuren von Eisbären, erleben den eisigen Alltag auf einer Forschungsstation in der Antarktis und treffen zwei Zwölfjährige in Indien und der Türkei, für die Tanzen viel mehr als Bewegung ist. Drei faszinierende Geschichten über Forschung, Abenteuer, Glauben und Tradition.

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00:00:04: Heute schauen wir uns ausgewähltes Aus der Spickausgabe fünfhundert sieben etwas genauer an.

00:00:10: Wir folgen den Spuren von Eisbären im Schnee, reisen zu einer Forschungsstation mitten in die Eisige Antarktes und lernen zwei zwölfjährige kennen für die Tanzen viel mehr bedeutet als Bewegung und Spaß.

00:00:24: Drei Kapitel, drei faszinierende Geschichten – und jede davon zeigt uns eine Welt, die auf ihre ganz eigene Art außergewöhnlich ist!

00:00:39: Stell dir vor, du sitzt auf einem Schneemobil mitten im Norden Alaska's.

00:00:43: Um dich herum gibt es nichts als Schnee und Eis.

00:00:47: Es ist noch fast dunkel Und ungefähr minus vierzig Grad kalt.

00:00:52: Plötzlich ruft der Ranger neben dir.

00:00:54: Dort hinten sind fünf Eisbären.

00:00:57: Erst ist nichts zu erkennen Doch dann wirbelt in der ferne Schnee auf.

00:01:01: Tatsächlich, eine Gruppe Eisbären stapft direkt auf dich zu.

00:01:06: Und jetzt hoffst du vor allem auf eines – dass dein Schneemobil wieder anspringt!

00:01:11: Genau so etwas erlebt die Wissenschaftlerin Michaela Heldström.

00:01:16: Sie reist nach Alaska weil sie Eisbeeren besser verstehen möchte Doch dafür muss ihr den riesigen Raubtieren heute nicht einmal besonders nahe kommen.

00:01:25: Ihr reichen ihre Fußabdrücke im Schnee.

00:01:28: Bei jedem Schritt verliert ein Eisbär nämlich winzige Hautzellen und in diesen Zellen steckt seine DNS, also die Erbinformation, die jedes Lebewesen einzigartig macht.

00:01:40: Für Mikaela ist ein Fußabdruck deshalb fast wie ein persönlicher Fingerabdruck des Eisbären.

00:01:46: Also sucht sie nach möglichst frischen Spuren.

00:01:49: Schau für den Schnee aus den Abdrücken mit einem großen Löffel in Plastikbeutel und nimmt ihn mit ins Labor.

00:01:56: Klingt ein bisschen verrückt.

00:01:57: Eine Wissenschaftlerin reist nach Alaska und kommt mit säckenvoller Schnee zurück, doch dieser Schnee hat es in sich!

00:02:04: Im Labor kann Mikaela herausfinden welcher Eisbär die Spur hinterlassen hat ob er gesund ist was er zuletzt gefressen hat und sogar mit welchen anderen Eisbären er verwandt ist.

00:02:16: Aber warum ist diese neue Methode so wichtig?

00:02:20: Früher mussten Forschende Eisbeeren betäuben wiegen, ihnen Fell- oder Kotproben entnehmen und Peilsender umschnallen.

00:02:28: Das war aufwendig und konnte sowohl für die Tiere als auch für die Menschen gefährlich werden!

00:02:33: Mit der neuen Methode genügt eine Spur im Schnee

00:02:37: Und je mehr wir über Eisbären wissen, desto besser können wir sich schützen Denn ihr Lebensraum verändert sich.

00:02:43: Durch den Klimawandel schmilzt das Meer Eis.

00:02:45: Genau dieses Eis brauchen Eisbär aber, um Robben zu jagen Ihre wichtigste Nahrung.

00:02:51: Finden Sie nicht genug zu fressen, kommen sie auf der Suche nach Nahrung immer häufiger in Dörfer.

00:02:57: Dort können Begegnungen zwischen Menschen und hungrigen Eisbären gefährlich werden.

00:03:02: Rund sechsundzwanzigtausend Eisbeeren leben nach Schätzungen der Naturschutzorganisation IUCN noch rund um den Nordpol.

00:03:11: Ein ausgewachsene Eisbär kann bis zu fünfhundert Kilogramm wiegen und im Sprint etwa vierzig Kilometer pro Stunde erreichen.

00:03:19: Seine Fußabdrücke können bis zu dreißig Zentimeter breit sein.

00:03:24: Und falls du dich schon immer gefragt hast, ob Eisbären Pinguine fressen?

00:03:28: Nein!

00:03:29: Eisbärern leben rund um den Nordpol – Pinguinne dagegen auf der Südhalbkugel.

00:03:34: In freier Wildbahn treffen sich die beiden also niemals.

00:03:38: Mikaela möchte inzwischen auch die Menschen in Alaska für ihre Forschung gewinnen.

00:03:42: Sie zeigt ihnen wie sie selbst Eisbarnspuren sammeln können Abdruck finden, Schnee eintüten, einfrieren und ein Foto vom Fundort machen.

00:03:52: Danach werden die Proben nach Schweden geschickt und im Labor untersucht.

00:03:56: So entsteht aus einem einfachen Pfotenabdruck im Schnee eine ganze Menge Wissen!

00:04:01: Und Mikaela kommt ihrem Ziel mit jeder neuen Spur ein bisschen näher – Eisbären besser zu verstehen, damit wir sie auch besser schützen können.

00:04:17: Leben in der Eiswüste.

00:04:19: Stell dir vor, du schaust morgens aus dem Fenster und draußen ist einfach nichts – kein Baum, keine Straße, kein Nachbarhaus!

00:04:28: Nur Schnee-und-Eis so weit du sehen kannst… Und das bei Temperaturen von bis zu minus fünfzig Grad.

00:04:36: Willkommen auf der Neumeier III Forschungsstation in der Antarktis.

00:04:40: Hier lebt der Schweizer Thomas Schenk aus Madiswil für mehr als ein Jahr.

00:04:44: Rund dreizehntausend Kilometer von zu Hause entfernt.

00:04:48: Aber warum macht man so etwas freiwillig?

00:04:51: Thomas sagt, wegen der Abenteuerlust und der Herausforderung.

00:04:55: Die Station liegt auf einem Gletscher in der Küstenregion der Antarktis rund zweitausend Kilometern vom Südpol entfernt.

00:05:03: Sie sieht ein bisschen aus wie ein Raumschiff auf Stelzen.

00:05:06: Und diese Stelcen sind ziemlich wichtig Denn jedes Jahr fällt neuer Schnee.

00:05:12: Deshalb werden die sechzehn Füße der Station regelmäßig ausgefahren und das gesamte Gebäude angehoben, sonst würde es irgendwann schief stehen und langsam im Schnee verschwinden.

00:05:23: Und unter der Station befindet sich etwa zweihundert Meter Eis.

00:05:28: Erst darunter kommt Meerwasser.

00:05:31: Im antarktischen Sommer leben bis zu vierzig Menschen auf der Station Doch dann kommt die Polarnacht.

00:05:38: Die Sonne verschwindet für Monate und fasst alle Reisen ab.

00:05:42: Zurück bleiben gerade einmal neun Menschen, vier Wissenschaftler drei Techniker ein Koch und eine Ärztin.

00:05:50: Und im Winter gibt es keinen schnellen Weg zurück.

00:05:53: kein Schiff kann kommen und kein Flugzeug landen.

00:05:56: Das Team ist komplett auf sich allein gestellt.

00:05:59: Thomas is einer der Techniker.

00:06:01: Sein Job dafür sorgen dass Strom Wasser und Heizung funktionieren Erwartet die Wasseraufbereitung, Windkraftanlagen und Schneefahrzeuge.

00:06:11: Geht etwas kaputt?

00:06:12: Muss das Team improvisieren?

00:06:13: Mal eben zum Baumarkt fahren?

00:06:15: Eher schwierig!

00:06:17: Deshalb stellen sie Ersatzteile sogar selbst her – z.B.

00:06:20: Tankdeckel mit einem Dreiddrucker.

00:06:23: Der ganze Aufwand dient der Wissenschaft.

00:06:26: Jeden Tag startet ein Wetterballon.

00:06:29: Forschende untersuchen die Luft, messen die Dicke des Meereises und beobachten sogar Veränderungen im Magnetfeld der Erde.

00:06:36: So entstehen Messrein über viele Jahrzehnte, die helfen unseren Planeten besser zu verstehen.

00:06:42: Aber dafür müssen die Menschen auch nach draußen!

00:06:45: Bei minus dreißig Grad, sagt Thomas, sei nicht die Frage ob man friert sondern wie schnell.

00:06:52: Mehrere Paar Socken, Spezialanorax und Handwärmer gehören deshalb zur Ausrüstung.

00:06:57: Nur Augen-und Nase bleiben frei.

00:06:59: Die ungeschützte Haut wird dick mit Fettcreme eingeschmiert.

00:07:03: Besonders gefährlich wird es bei Schnee stürmen.

00:07:06: Wenn Thomas zu einem entfernten Observatorium muss, folgt er Leinen die zwischen Stangen gespannt sind.

00:07:12: Ohne sie könnte er in Dunkelheit und Schnee treiben Die Orientierung verlieren Und der Wind kann Geschwindigkeiten von rund onehundertfünfzig Kilometern pro Stunde erreichen.

00:07:23: Dann kann er einen Menschen einfach umwerfen.

00:07:26: Auch das Leben drinnen ist

00:07:27: speziell.

00:07:28: Monatelang sieht man immer dieselben Menschen.

00:07:31: Thomas hält sich deshalb an Routinen Gewichtheben, Fotografieren Musik hören und lesen.

00:07:37: Es gibt sogar eine kleine Bibliothek im Eis Und frisches Essen?

00:07:42: Das wird irgendwann ziemlich knapp.

00:07:44: Nach Monaten mit Tiefkühlkost freut sich Thomas bei seiner Heimkehr deshalb auf etwas überraschend einfaches Salat.

00:07:52: Aber es gibt auch Momente die er wohl nie vergessen wird.

00:07:56: Als Thomas zum ersten Mal alleine draußen stand und den unglaublichen Sternenhimmel über der Antarktis sah, liefen ihm vor Freude die Tränen über die Wangen.

00:08:06: Und in der Nähe der Station konnte er sogar Königspinguine beobachten und ihren Brutzyklus mit der Kamera begleiten.

00:08:13: Ein Jahr in der Eiswüste bedeutet also Dunkelheit, Kälte, Isolation und jede Menge Arbeit!

00:08:20: Aber auch Forschung, Abenteuer und Erlebnisse die man wahrscheinlich nirgendwo sonst auf der Erde haben kann.

00:08:27: Und wenn Thomas wieder nach Hause kommt freut er sich nicht nur auf Familie und Freunde sondern auch auf Dinge die für uns völlig normal sind den Geruch des Waldes Kinderlachen und eben einen richtig frischen Salat.

00:08:49: Deine Kleidung ist festlich geschmückt, an deinen Füßen hängen kleine Glöckchen und gleich beginnt die Musik.

00:08:57: Aber du tanzt nicht einfach nur um Spaß zu haben!

00:09:00: Für die zwölfjährige Kenisha aus Indien ist Tanzen eine Verbindung zum Göttlichen.

00:09:18: wurden damals sogar bei einer Zeremonie gesegnet.

00:09:21: Und Bharatanathiam ist richtig alt, seit mehr als zweitausend Jahren wird dieser Tanz getanzt.

00:09:28: Entstanden ist er in den Tempeln Südindiens – als eine Art Gebet-Inbewegung!

00:09:34: Aber wie erzählt man beim Tanzen eigentlich eine Geschichte?

00:09:38: Mit dem ganzen Körper?

00:09:40: Besonders wichtig sind die Mudras, bestimmte Handgästen.

00:09:44: Sie funktionieren fast wie ein eigenes Alphabet.

00:09:47: Mit ihren Händen können die Tänzerinnen Blumen, Tiere oder Gefühle darstellen.

00:09:52: Dazu kommen rhythmische Schritte, Gesichtsausdrücke und Körperbewegungen.

00:09:57: Man erzählt also eine Geschichte – ganz ohne ein einziges Wort!

00:10:02: Kinisha trainiert jedes Wochenende vier Stunden mit ihren Freundinnen Denn die komplizierten Bewegungen müssen perfekt zusammenspielen.

00:10:10: Heute tritt sie beim großen Pongel fest in der Tempelstadt Mahabalipuram auf.

00:10:15: Mehr als zweihundertfünfzig Tänzerinnen und Musiker sind angereist.

00:10:20: Kinisha ist nervös, dann beginnt die Musik!

00:10:24: Die Glöckchen an ihren Füßen erklingen.

00:10:26: Ihre rot gefährten Fingerspitzen zeichnen Figuren in die Luft.

00:10:30: Schritt für Schritt vergisst Kinisha die Zuschauer.

00:10:34: Und am Ende?

00:10:35: Jubel und Applaus – alles hat geklappt.

00:10:39: Tausende Kilometer entfernt gibt es noch einen zwölfjährigen.

00:10:42: Für den Tanzen ebenfalls viel mehr bedeutet als Bewegung.

00:10:46: Sein Name ist Hüseyn, er lebt in Konya in der Türkei einer Stadt die für ihre tanzenden Dervische bekannt ist.

00:10:54: dort nennt man sie Simad-Sehn.

00:10:57: Hüsayn trägt ein weites weißes Gewand und einen hohen braunen Filzhut.

00:11:02: dann beginnt er sich zu drehen... ...und zu drehn.... ...und weiter zu drehin.

00:11:08: Seit

00:11:09: acht Monaten gehört er zur bedeutendsten Dervischtruppe des Landes.

00:11:13: Mit zwölf Jahren ist er der Jüngste von allen, beim Tanz dreht Hussain sich immer links herum dem Herzen folgend.

00:11:21: Gleichzeitig kreist er langsam durch den Raum ähnlich wie ein Planet auf seiner Bahn.

00:11:26: auch seine Hände haben eine Bedeutung.

00:11:28: Die Rechte zeigt nach oben um das Gute von Gott zu empfangen.

00:11:32: die Linke zeigt zur Erde um diese Gaben an die Welt weiterzugeben Denn, so erklärt Hussain ein Derwisch behält nichts für sich allein.

00:11:41: Die Derwische gehören zu Mevlevi-Orden einer muslimischen Glaubensgruppe die vor mehr als siebenhundert Jahren in Konya gegründet wurde.

00:11:50: Beim Drehen geht es ihnen darum Gott näherzukommen.

00:11:54: beim großen Mevlana Festival dreht sich Husssein über eine Stunde lang und nein ihm wird dabei nicht einmal schwindelig.

00:12:02: durch das viele üben ist hussain ruhiger geworden.

00:12:05: Er findet sogar, dass ihn das Tanzen zu einem besseren und netteren Menschen macht.

00:12:11: Kenisha in Indien und Hussain in der Türkei tanzen völlig unterschiedlich.

00:12:16: Ihre Religionen, ihre Kleidung und ihre Bewegungen sind verschieden – und trotzdem verbindet sie etwas!

00:12:23: Für beide ist Tanzen mehr als Sport oder Unterhaltung.

00:12:27: Es ist eine Möglichkeit Gefühle auszudrücken Teil einer jahrhundertealten Tradition zu sein und sich dem Göttlichen ein Stück näher zu fühlen.

00:12:36: Und nach alldem Tanzen sind Kinisha und Hussain dann doch wieder ganz normale zwölfjährige, denn für Hussains heißt es nach seinem großen Auftritt Gewand ausziehen, nach Hause gehen – und am nächsten Morgen wieder ab in die Schule!

00:12:51: So

00:12:52: das war's für heute.

00:12:53: drei Kapitel, drei ganz unterschiedliche Themen und doch haben sie etwas gemeinsam.

00:12:59: Sie zeigen wie faszinierend unsere Welt ist und wie viel es zu entdecken gibt.

00:13:04: Vielleicht hast du beim höheren Jahr auch Lust bekommen, dir das Spickheft fünfhundert Sieben noch einmal etwas genauer anzuschauen?

00:13:12: Ob Eisbärenspuren die Forschenden erstaunlich viel über die Tiere verraten ein Leben zwischen Dunkelheit, Eis- und Minusfünfzig Grad in der Antarktes oder zwei Zwölfjährige, die mit ihren Tänzen jahrhundertealte Traditionen weiterleben lassen – überall gibt es Geschichten, Danke, dass du dabei warst und vielleicht hörst du beim nächsten Mal wieder rein.

00:13:37: Beim Spickwissens Podcast!

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