Getarnte Tiere & mehr
Shownotes
In dieser Folge des SPICK-Wissens-Podcasts entdecken wir Tiere, die mit genialen Tricks fast unsichtbar werden, lernen den Axolotl mit seinen erstaunlichen Selbstheilungskräften kennen und finden heraus, warum täuschend echte KI-Tierbilder und -videos im Netz zum Problem werden können. Drei Themen, bei denen genaues Hinschauen zählt!
Transkript anzeigen
00:00:04: Hallo und willkommen beim Spickwissens-Podcast für aufgeweckte Schälerinnen und Schüler.
00:00:09: Heute schauen wir uns ausgewähltes Aus der Spickausgabe Fünfhundertneun etwas genauer an.
00:00:15: Wir entdecken Tiere, die mit erstaunlichen Tricks fast unsichtbar werden Lernen den Axolotle kennen, der sogar verletzte Körperteile nachwachsen lassen kann Und finden heraus warum bei süßen Tierbildern und Videos im Internet manchmal gesundes Misstrauen angesagt ist.
00:00:32: Drei Kapitel Drei faszinierende Geschichten.
00:00:36: Und bei allen lohnt es sich, ganz genau hinzuschauen!
00:00:40: Denn manchmal ist die Wirklichkeit noch erstaunlicher als das was wir auf den ersten Blick sehen.
00:01:06: Viele Tiere sind echte Meister im Versteckspielen.
00:01:09: Für sie geht es dabei allerdings nicht um Spaß, sondern ums Überleben!
00:01:13: Wer von einem hungrigen Räubern nicht entdeckt wird, landet auch nicht auf dessen Speiseplan.
00:01:19: Doch auch Räubers nutzen Tarnung – damit ihre Beute sie möglichst spät bemerkt.
00:01:24: Dabei gibt es verschiedene Tricks.
00:01:26: Der erste heißt ganz einfach Tarnungen.
00:01:29: Die Idee dahinter ist simpel Verschmelze mit deiner Umgebung.
00:01:33: Farben und Muster auf Haut, Fell oder Schuppen sehen dem Hintergrund möglichst ähnlich.
00:01:39: Ein grüner Laubfrosch verschwindet optisch auf einem grünen Blatt ein brauner Feldhase im Acker und einen Schneeschuhhase mit seinem weißen Winterfell im Schnee.
00:01:50: Selbst Vogel-Eier können so gemustert sein dass sie auf sandigem Boden kaum auffallen.
00:01:55: Manche Tiere treiben das Ganze noch weiter und können ihre Farbe sogar verändern.
00:02:00: Die Flunder zum Beispiel passt ihre Hautfarbe an den Meeresboden an.
00:02:05: Noch beeindruckender sind Kraken.
00:02:07: Schwimmen sie über Sand, Kies oder bunte Korallen verändern sie innerhalb von Sekunden ihr Farbmuster.
00:02:14: Tarnanzug wechseln ohne sich umzuziehen – ziemlich praktisch!
00:02:19: Aber auch Jäger wollen unsichtbar sein.
00:02:21: Der Tiger schleicht im Streifenkostüm durch Licht und Schatten des Waldes.
00:02:25: Der Leopard verschmilzt mit der trockenen Steppe Und der weiße Eisbär fällt im Schneederagdes kaum auf.
00:02:33: Dann gibt es noch einen zweiten Trick, die Mimese!
00:02:36: Dabei ist das Tier durchaus zu sehen – Das Problem ist nur….
00:02:40: man erkennt gar nicht dass es ein Tier isst.
00:02:43: Ich?
00:02:43: Ein Tier?
00:02:44: Quatsch?!
00:02:45: Ich bin bloß ein langweiliges Blatt.
00:02:48: Genau diesen Trick nutzen wandelnde Blätter.
00:02:50: Stabholschrecken sehen aus wie Äste Manche raupen wie Knospem Schmetterlinge wie Baumrinde Und Zikaden wie Dornen an einem Zweig.
00:02:59: Auch der Blattschwanz Gekko
00:03:01: aus Madagaskar ist kaum von einem vertrockneten Blatt zu unterscheiden, und der Fetzenfisch sieht zwischen Wasserpflanzen aus als hätte er selbst Stängel- und Blätter.
00:03:11: Sogar Eulen können sich in einen Ast verwandeln – zumindest optisch!
00:03:16: Und winzige Zwergseepferdchen passen mit ihren Farben und Formen so perfekt zur Koralle dass man zweimal hinschauen muss um sie überhaupt zu entdecken.
00:03:26: Fehlt noch Trick Nummer drei, Mimikrie.
00:03:29: Dabei versucht ein harmloses Tier nicht unsichtbar zu werden.
00:03:33: Es tut stattdessen so als wäre es gefährlich.
00:03:37: Die Wespen-Schwebfliege ist dafür ein perfektes Beispiel.
00:03:40: Sie trägt schwarz-gelbe Streifen und sieht dadurch einer Wespe ziemlich ähnlich Nur stechen kann sie nicht.
00:03:48: Trotzdem funktioniert der Trick.
00:03:50: Hat ein Vogel einmal schlechte Erfahrungen mit einer echten Wespe gemacht, lässt er danach lieber alles in Ruhe was schwarz-gelb gestreift ist.
00:03:58: Die harmlose Schwebfliege profitiert also vom gefährlichen Aussehen eines anderen Tieres.
00:04:04: Tarnung, Mimese oder Mimikrie Tiere haben ganz unterschiedliche Möglichkeiten entwickelt ihre Feinde auszutricksen oder sich unbemerkt an ihre Beute heranzuschleichen.
00:04:15: Und vielleicht lohnt es sich beim nächsten Spaziergang durch Wald und Wiese einmal ganz genau hinzusehen.
00:04:21: Denn manchmal ist das spannendste Tier, genau dass du zuerst überhaupt nichts siehst.
00:04:34: Stell dir vor, du verletzt dich am Bein!
00:04:37: Statt Narbe, Gips-und lange Heilung wächst das kaputte Stück einfach wieder nach.
00:04:43: Klingt nach einer Superkraft aus einem Comic?
00:04:46: Für den Axolottel ist das ziemlich normal.
00:04:49: Mit seinem breiten Grinse-Maule und den gefiederten Kiemen am Kopf sieht der Axolotte sowieso ein bisschen aus wie ein Wesen aus einer anderen Welt, dabei stammt er von unserer Erde – genauer gesagt aus Mexiko!
00:05:02: Axolotte gehören zu den Amphibien und zur Ordnung der Schwanzlurche.
00:05:07: In freier Wildbahn kommen sie nur in wenigen Seen rund um Mexiko statt vor.
00:05:12: Man sagt dazu endemisch Eine Tierart lebt von Natur aus nur in einem ganz bestimmten Gebiet.
00:05:18: Und woher kommt dieser seltsame Name?
00:05:21: Axolottel stammt aus Nahuatl, der Sprache der Azteken und bedeutet ungefähr Wassermonster.
00:05:28: Die Aztecken hielten die Tiere einerseits für heilig andererseits landeten sie auch auf dem Teller Heiliges Wassermonsta zum Mittagessen.
00:05:37: andere Zeiten andere Speisekarten.
00:05:40: Noch verrückt.
00:05:41: er wird es, wenn man sich anschaut wie ein Axolottel erwachsen wird.
00:05:45: Nämlich eigentlich gar nicht!
00:05:48: Normalerweise entwickeln sich Amphibien von einer im Wasser lebenden Larve weiter.
00:05:53: Beim Axolotl stoppt diese Entwicklung mittendrin.
00:05:57: Er behält seine Kiemen, seine kleinen Beine und seinen kräftigen Ruderschwanz Und lebt sein ganzes Leben im Wasser.
00:06:05: Trotzdem kann er Nachwuchs bekommen.
00:06:07: Dieses ungewöhnliche Phänomen nennt man Neotenie.
00:06:11: Der Axolotl bleibt also gewissermaßen sein Leben lang ein Teenager, aber jetzt zu seiner eigentlichen Superkraft.
00:06:19: Verliert einen Axolottel ein Bein, wächst ein neues Nach.
00:06:23: Und nicht nur das – auch innere Organe und sogar Teile seines Gehirns und Herzens können sich selbst reparieren!
00:06:31: Genau deshalb interessieren sich Forschende auf der ganzen Welt für den Axolottole.
00:06:36: Sie möchten verstehen, wie diese erstaunliche Selbstteilung funktioniert und ob wir Menschen eines Tages etwas davon für die Medizin lernen können.
00:06:45: Auch an der eidgenössischen technischen Hochschule in Lausanne wird daran geforscht.
00:06:50: Und dann wäre da noch sein Zauberschleim.
00:06:53: Auf der Haut des Axelottels liegt ein schleimmiger Film mit Stoffen, die Bakterien bekämpfen.
00:06:59: Forschende hoffen dass daraus irgendwann eine Alternative zu herkömmlichen Antibiotika entstehen könnte.
00:07:05: Im Labor lässt sich dieser Schleim bereits ohne Axolottel herstellen.
00:07:10: Außerdem wurde entdeckt, dass er sogar Krebszellen bekämpfen kann.
00:07:14: Bis daraus eine Behandlung für Menschen wird sind allerdings noch viele Tests und Experimente nötig.
00:07:21: So faszinierend das alles klingt.
00:07:23: in seiner Heimat hat der Axolotl ein riesiges Problem.
00:07:27: Er ist
00:07:27: vom Aussterben bedroht.
00:07:29: Gewässerverschmutzung illegale Jagd Eingeschleppte Fische und das Wachstum der Millionen statt Mexiko setzen ihm zu.
00:07:38: Während weltweit Millionen nachgezüchtete Axolottel in Aquarien- und Forschungslaboren leben, dürften in der Natur kaum noch eintausend Tiere übrig sein.
00:07:47: Deshalb untersuchen Forschende auch die letzten wilden Axolotte.
00:07:51: Sie fangen einzelne Tiere, untersuchen sie genau und setzen sie anschließend wieder frei.
00:07:57: So wollen sie herausfinden wie sich die verbliebenen Bestände besser schützen lassen.
00:08:02: Übrigens, Axolotte sind längst auch kleine Popstars.
00:08:07: In Minecraft kann man sie als virtuelle Haustiere halten.
00:08:10: In sozialen Medien erreichen Videos mit ihnen Millionen Aufrufe und in Japan sind sie als Woopa Looper Figuren beliebt.
00:08:18: Und noch etwas!
00:08:20: Die berühmten hellroser Axolottel sind eigentlich Albinos – in der Natur sind die Tiere meist fast schwarz.
00:08:28: Der Axolotl ist also gleichzeitig Wassermonster?
00:08:31: ewiger Teenager, Internetstar und medizinisches Forschungswunder.
00:08:37: Umso erstaunlicher dass ein Tier von dem vielleicht einmal die Medizin profitieren könnte ausgerechnet selbst dringend unsere Hilfe zum Überleben braucht.
00:08:52: Echt süß?
00:08:53: Voll fake!
00:08:55: Stell dir vor du scrollst durch TikTok oder Instagram.
00:08:58: Plötzlich taucht ein Video auf.
00:09:01: Ein Waschbär hüpft auf einem Trampolin.
00:09:03: Danach kommt eine flauschige Eule mit riesigen Augen.
00:09:07: Und dann tanzt auch noch ein Hase, süß auf jeden Fall!
00:09:12: Aber ist das überhaupt echt?
00:09:14: Immer öfter lautet die Antwort Nein.
00:09:17: Das Tier gibt es vielleicht wirklich – das Bild oder Video aber nicht.
00:09:23: Künstliche Intelligenz kann inzwischen Tierbilder erzeugen, die verblüffend echt aussehen.
00:09:28: Programme wie Mid Journey, Dal E oder Stable Diffusion wurden mit unzähligen Bildern aus dem Internet trainiert.
00:09:35: Doch sie wissen nicht wirklich, wie ein Tier aussieht!
00:09:38: Sie erzeugen neue Bilder anhand dessen was sie gelernt haben und dabei geht manchmal einiges schief.
00:09:45: Da hat eine Spinne plötzlich sechs statt acht Beine – und vielleicht sogar Flügel?
00:09:50: Eine Libelle bekommt lange Fühler, obwohl Libellen kurze haben Oder ein Wolf trägt Fellfarben, die es in der Natur gar nicht gibt.
00:10:00: Manche Fehler sind sofort zu erkennen.
00:10:02: Andere sind so klein, dass man schon ziemlich viel über Tiere wissen muss um sie zu entdecken.
00:10:08: Aber wo
00:10:09: ist das Problem?
00:10:10: Ein lustiges Bild von einem erfundenen Tier tut doch niemandem weh oder?
00:10:15: Ganz so einfach ist es nicht.
00:10:17: Wenn wir solche Bilder ständig sehen und für echt halten verändert sich unsere Vorstellung von Natur.
00:10:23: Plötzlich glauben wir vielleicht, dass bestimmte Tiere ganz anders aussehen als sie es wirklich tun.
00:10:29: Oder das Wildschweine immer blitzsauber sind und Delfine durch Korallenriffe schwimmen die es so gar nicht gibt.
00:10:36: Besonders häufig macht KI Tiere auch extra niedlich Riesige Augen, runder Kopf, flauschiges Fell.
00:10:44: Das nennt man Kindchen-Schema.
00:10:46: Solche Merkmale finden wir Menschen automatisch süß Nur hat das mit dem echten Tier manchmal nicht mehr viel zu tun.
00:10:54: Und Naturschützer warnen!
00:10:56: Wenn wir Tiere schützen wollen, müssen wir auch wissen wie sie wirklich aussehen und sich in der Natur tatsächlich verhalten.
00:11:04: Noch schwieriger wird es bei Videos.
00:11:06: KI kann längst nicht mehr nur einzelne Bilder erzeugen.
00:11:10: Im Netz verbreiten sich auch künstlich erstellte Tierfilme.
00:11:14: Manche zeigen angeblich neu entdeckte Arten.
00:11:17: In anderen machen Tiere Dinge, die sie niemals tun würden.
00:11:21: Waschbären beim Tanzen?
00:11:23: Hasen auf dem Trampolin?
00:11:25: Lustig anzuschauen aber eben erfunden!
00:11:29: Wer solche Clips ständig sieht könnte irgendwann vergessen dass Wildtiere keine lustigen Spielkameraden sind.
00:11:35: Sie haben ihre eigenen Verhaltensweisen und brauchen vor allem eines einen geschützten Lebensraum.
00:11:42: Wie kannst du also herausfinden ob ein Tierbild echt ist?
00:11:46: Schaut zuerst ganz genau hin.
00:11:48: Stimmen die Anzahl der Beine und Flügel?
00:11:51: Sehen Augen, Fell oder Fühler seltsam aus?
00:11:55: Bewegt sich das Tier im Video irgendwie unnatürlich?
00:11:58: Wenn dir etwas komisch vorkommt kannst du eine Bildersuche machen – Die Quelle überprüfen oder jemanden fragen, der sich mit dem Tier auskennt.
00:12:07: Im Spicktest sieht man ziemlich gut wie knifflig es sein kann.
00:12:11: Eine KI-Unke verliert ihre typischen herzförmigen Pupillen Eine künstliche Libelle hat falsche Fühler und Flügel.
00:12:19: Und ein KI-Feldhamster sieht plötzlich eher wie ein kleiner Goldhamster aus!
00:12:24: Auf den ersten Blick wirken die Bilder trotzdem erstaunlich echt.
00:12:28: Fachleute empfehlen deshalb auch, wer KI Tierbilder veröffentlicht sollte sie klar als künstlich erzeugt kennzeichnen.
00:12:37: In Schulbüchern, Naturprojekten oder anderen Medien sollten echte Naturfotografien verwendet werden.
00:12:43: Wenn gezeigt werden soll wie Tiere wirklich aussehen und leben.
00:12:48: Denn echte Natur ist eben nicht immer perfekt.
00:12:51: Tiere sind mal schmutzig Mal nass Verschwinden halb im Schatten Oder schauen nichts süß in die Kamera
00:12:57: Aber genau das macht sich spannend.
00:13:00: Also denkt beim nächsten super niedlichen Tierclip daran Erst staun und dann vielleicht noch einmal genauer hinschauen.
00:13:07: Denn im Internet gilt inzwischen auch bei Tieren, nicht alles was echt aussieht ist auch
00:13:13: echt.".
00:13:14: So das war's für heute!
00:13:16: Drei Kapitel drei ganz unterschiedliche Themen Und doch haben sie etwas gemeinsam.
00:13:22: Nicht immer ist alles so wie es auf den ersten Blick scheint.
00:13:26: Vielleicht hast du beim höheren Jahr auch Lust bekommen dir das Spickheft fünfhundertneun nochmal etwas genauer anzuschauen.
00:13:32: Ob Tiere, die mit Tarnung, Mimese und Mimikri ihre Umgebungen oder andere Lebewesen nachahmen der Axolotte mit seinen erstaunlichen Selbstteilungskräften oder täuschend echte Tierbilder- und Videos aus der KI.
00:13:46: überall lohnt es sich genauer hinzusehen und neugierig zu bleiben.
00:13:51: Danke dass du dabei warst – und vielleicht hörst du beim nächsten Mal wieder rein!
00:13:55: Beim Spick Wissens Podcast.
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