Schule der Erdmännchen & mehr

Shownotes

In dieser Folge des SPICK-Wissens-Podcasts lernst du schlaue Erdmännchen kennen, die ihren Nachwuchs in eine Art Schule schicken, erfährst, warum Zoos bis heute umstritten sind, und entdeckst mit Highspeed-Fotografie eine faszinierende Welt voller Augenblicke, die für unser Auge eigentlich viel zu schnell sind.

Transkript anzeigen

00:00:04: Hallo und willkommen beim Spickwissens-Podcast für aufgeweckte Schülerinnen und Schüler.

00:00:09: Heute schauen wir uns ausgewähltes, aus der Spickausgabe FünfhundertundEins etwas genauer an.

00:00:14: Dabei begleiten wir schlaue Erdmännchen die ihren Nachwuchs tatsächlich in eine Art Schule schicken gehen einer spannenden Frage über Zoos und Abenschutz nach Und entdecken mit Highspeed Fotografie Eine Welt, die normalerweise viel zu schnell für unsere Augen ist.

00:00:30: Drei Kapitel drei faszinierende Themen Und jede dieser Geschichten zeigt, dass sich hinter dem Offensichtlichen oft noch viel mehr verbirgt als man zunächst vermutet.

00:00:48: Stell dir vor du wasst morgens auf krabbelst aus deinem Bett und das erste was du siehst ist deine Mutter die geschniegelt und gestriegelt aufrecht dasteht und den Himmel beobachtet.

00:01:01: Klingt komisch?

00:01:02: Für ein Erdmännchen ist es völlig normal.

00:01:05: In den Savannen und Halbwüsten im südlichen Afrika beginnt der Tag früh.

00:01:09: Die Sonne geht auf, die Luft wird langsam warm und aus einem Loch im Boden wuseln kleine Erdmännchen hervor.

00:01:17: Doch bevor die Familie loszieht um Frühstück zu suchen muss erst geprüft werden ob die Luft rein ist

00:01:23: Denn von oben droht Gefahr.

00:01:26: Greifvögel und Geier können blitzschnell angreifen.

00:01:30: Deshalb gibt es bei Erdmähnchen immer Wachen.

00:01:33: Während die anderen nach Käfern, Spinnen oder Skorpionen suchen steht mindestens ein Tier aufrecht da und hält Ausschau.

00:01:41: Entdeckt es einen Feind gibt es sofort Alarm!

00:01:44: Und die ganze Familie verschwindet blitzschnell im Bau.

00:01:47: Eigentlich ziemlich schlau... Jeder hilft.

00:01:50: jedem Mal passt der eine auf mal die andere.

00:01:53: So kommt jeder mal zum Fressen und alle bleiben möglichst sicher.

00:01:57: Überhaupt sind Erdmännchen echte Teamplayer.

00:02:00: Sie leben in Familiengruppen mit oft fünfzehn Tieren, manchmal sogar mit bis zu vierzig.

00:02:06: Und das Verrückte?

00:02:07: Nicht nur die Eltern kümmern sich um die Jungen!

00:02:10: Die ganze Gruppe hilft mit.

00:02:12: Manche übernehmen den Kindergarten andere bringen den kleinen wichtige Dinge fürs Leben bei.

00:02:18: und jetzt kommt der Teil, den ich am erstaunlichsten finde Erdmännchen schicken ihren Nachwuchs tatsächlich in einer Art Schule.

00:02:26: Stell dir ein junges Erdmänchen vor.

00:02:29: Vor ihm liegt ein Skorpion.

00:02:31: Klingt nach einer gefährlichen Unterrichtsstunde, ist es auch.

00:02:35: Aber die erwachsenen Tiere passen auf.

00:02:38: Am Anfang entfernen sie sogar den Giftstache damit nichts passiert.

00:02:42: Dann lernen die kleinen Schritt für Schritt wie man mit solchen Beutetieren umgeht.

00:02:47: Forscher haben herausgefunden dass die Erwachsenen-Tiere Den Jung tatsächlich gezielt etwas beibring.

00:02:55: Das ist in der Tierwelt ziemlich selten.

00:02:57: Mit der Zeit wird der Unterricht schwieriger.

00:03:00: Erst gibt es Käfer und Heuschrecken, später echte Skorpione Und irgendwann beherrschen die jungen Erdmännchen alles genauso gut wie die Großen.

00:03:10: Je mehr man über Erdmänchen erfährt, desto mehr erinnern sie irgendwie an uns Menschen.

00:03:15: Sie leben zusammen, helfen einander, passen auf ihre Kinder auf und geben ihr Wissen an die nächste Generation weiter.

00:03:22: Vielleicht sind diese kleinen Wüstenbewohner deshalb so faszinierend weil sie uns zeigen, wie viel man erreichen kann wenn man zusammenhält.

00:03:36: Stell dir vor du stehst mitten in einer afrikanischen Savanne.

00:03:40: Vor dir grasen Nahrshörner irgendwo laufen Zebras herum und eine Giraffe knabbert an den Blättern eines Baumes.

00:03:48: Klingt nach Afrika?

00:03:50: Tatsächlich könnte es auch zürich sein!

00:03:53: Im Zoo Zürich gibt es eine riesige Anlage namens Leversavanne Die fast so groß ist wie acht Fußballfelder.

00:04:01: Dort leben viele verschiedene Tierarten gemeinsam, fast wie in der Natur.

00:04:05: Aber genau hier beginnt eine spannende Frage.

00:04:09: Brauchen Tiere überhaupt Zoos?

00:04:12: Früher sahen Zoos oft ganz anders aus als heute.

00:04:15: Viele Tiere lebten in kleinen Gehegen oder Hintergittern.

00:04:19: Man ging hin, schaute sich ein Tier nach dem anderen an und zog weiter.

00:04:24: Moderne Zoos versuchen dagegen natürliche Lebensräume nachzubauen.

00:04:28: Die Tiere sollen mehr Platz haben und möglichst viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen zeigen können.

00:04:34: Trotzdem finden nicht alle Menschen Zoos gut.

00:04:37: Manche Tierschutzorganisation sagen, Wildtiere gehören nicht hinter Zäune.

00:04:43: Sie finden dass Tiere in Zoos nie wirklich so leben können wie in der freien Natur.

00:04:49: Für sie sind Zoos eine Art Gefängnis für Tiere.

00:04:52: Andere sehen das ganz anders!

00:04:55: Moderne Zoos kümmern sich sehr gut um ihre Tiere.

00:04:59: Tierärztinnen, Tierpfleger und Forschende sorgen dafür, dass die Tiere gesund bleiben und artgerecht leben können.

00:05:06: Und jetzt kommt etwas das viele gar nicht wissen!

00:05:09: Zoos sind heute oft auch Forschungszentren.

00:05:12: Im Zoo Zürich untersuchen Forschende zum Beispiel wie sich Erdmännchen verständigen.

00:05:17: Im Tierpark Bern wurde sogar an einem Impfstoff gegen Vogelgrippe gearbeitet.

00:05:22: Außerdem helfen Zoos beim Artenschutz.

00:05:25: Seltene Tiere werden gezüchtet und später wieder ausgewildert.

00:05:29: In Bern hat man zum Beispiel bereits Luxe, Visente und europäische Sumpfschildkröten auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet.

00:05:37: Kritiker sagen allerdings es wäre noch wichtiger die natürlichen Lebensräume der Tiere zu schützen statt sie im Zoos zu halten.

00:05:45: Denn was bringt die Rettung einzelner Tiere wenn ihre Heimat verschwindet?

00:05:50: Und genau deshalb gibt es auf diese Frage keine ganz einfache Antwort.

00:05:55: Vielleicht liegt die Zukunft der Zoos darin, dass sie nicht nur Ausflugsziele sind sondern Orte an denen Menschen etwas über Tiere lernen und sich für ihren Schutz einsetzen.

00:06:05: Denn viele Fachleute sagen, Menschen schützen nur das was sie kennen.

00:06:10: Also was denkst du?

00:06:12: Brauchen Tiere Zoos oder brauchen Zoos vor allem Menschen die etwas über Tieren lernen wollen?

00:06:27: Stell dir vor, du lässt ein Wasserballon platzen.

00:06:30: Was siehst Du?

00:06:32: Wahrscheinlich einfach Patsch und schon ist alles vorbei.

00:06:36: Aber genau da wird es spannend Denn in Wirklichkeit passiert in diesem winzigen Augenblick unglaublich viel.

00:06:43: Das Problem ist nur unser Auge ist viel zu langsam um es zu erkennen.

00:06:48: Genau deshalb gibt es die High-Speed Fotografie.

00:06:52: Mit ihr können Fotografen Momente sichtbar machen, die nur einen winzigen Bruchteil einer Sekunde dauern.

00:06:58: Momente, die normalerweise für immer unsichtbar bleiben

00:07:01: würden.".

00:07:02: Zum Beispiel eine Glühbirne, die gerade von einer Kugel getroffen wird.

00:07:07: Der Fotograf Stefan Krause wollte genau diesen Moment festhalten – also schraubte er eine Glühlbirne in einer Halterung und schoss mit einer Softair-Pistole darauf.

00:07:18: Klingt erst mal ziemlich verrückt!

00:07:21: Aber das Schwierige war nicht das Schießen, sondern das Fotografieren.

00:07:25: Denn die Kamera musste genau in dem Augenblick auslösen, indem die Kugel die Glühbirne traf.

00:07:31: Dafür verwendete das Team eine Lichtschranke und extrem schnelle Blitzgeräte.

00:07:35: Das Blitzlicht leuchtete nur etwa eine siebentausendste Sekunde lang.

00:07:40: Dadurch wirkte es als würde die Zeit plötzlich still stehen

00:07:44: Und selbst dann klappte es nicht sofort.

00:07:46: Mehrere Glühbirnen mussten dran glauben, bis das perfekte Foto entstand.

00:07:51: Noch verrückter wird es bei Wassertropfen.

00:07:54: Wenn ein Tropfen auf eine Wasseroberfläche trifft entstehen Formen die aussehen wie kleine Kronen Pilze oder Kunstwerke aus Glas.

00:08:03: Jede einzelne sieht anders aus.

00:08:06: Oder denk an einen platzenden Wasserballon.

00:08:08: Für uns ist das einfach ein kurzer Knall.

00:08:11: Auf einem Highspeed-Foto sieht man dagegen, wie die Ballonhaut verschwindet und die Wassermasse für einen Moment ihre ursprüngliche Form behält.

00:08:20: Fast wie Magie!

00:08:22: Manche Fotografen arbeiten sogar mit Mikrofonen.

00:08:25: Sobald ein Ballon platzt löst das Geräusch dem Blitz aus.

00:08:29: Andere bringen Farben mit Lautsprechern zum Tanzen so dass bunte Fontänen entstehen, die aussehen wie moderne Kunst.

00:08:36: Und jetzt kommt die Zahl, die mich komplett umhaut.

00:08:40: High-Speed Fotografie kann Momente von nur einer fünfzigtausendstel Sekunde sichtbar machen.

00:08:46: Das sind Null, null, null zwei Sekunden!

00:08:50: Unser Auge schafft ungefähr eine dreißigste Sekunde.

00:08:54: Eigentlich verrückt

00:08:55: – die Welt um uns herum steckt voller Ereignisse, die wir niemals sehen können, obwohl sie direkt vor unseren Augen passieren.

00:09:03: High-Speed Fotographie zeigt uns das selbst ein platzender Ballon oder ein Wassertropfen kleine Wunder sein können.

00:09:10: Man muss nur schnell genug hinschauen!

00:09:12: So, das

00:09:13: war's für heute –

00:09:14: drei Kapitel, drei ganz unterschiedliche Themen und doch haben sie etwas gemeinsam.

00:09:20: Sie zeigen dass die spannendsten Entdeckungen oft dort warten wo man sie gar nicht erwartet.

00:09:26: Vielleicht hast du beim Hören ja auch Lust bekommen dir das Spickheft fünfhundertundeins noch einmal etwas genauer anzuschauen Ob Erdmännchen die ihren Nachwuchs unterrichten Zoos auf der Suche nach dem richtigen Weg zwischen Tierschutz und Artenschutz oder Fotografen, die unsichtbare Augenblicke sichtbar machen.

00:09:45: Überall gibt es Neues zu entdecken, zu verstehen und zu hinterfragen.

00:09:49: Danke dass du dabei warst!

00:09:51: Und vielleicht hörst du beim nächsten Mal wieder rein – beim Spick Wissens Podcast.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.